Baby in der 12. Schwangerschaftswoche

„Wir sind Laut“ kämpft für körperliche Selbstbestimmung

Die Feministen kämpfen mal wieder für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung.

Am 13. Januar veranstaltet das neu gegründete feministische Bündnis „Wir sind laut“ eine Demonstration für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung und für die Abschaffung der Paragraphen 218 & 219 StGB. Die GRÜNE JUGEND Göttingen unterstützt den Bündnisaufruf,[…]

Dieses mal wollen sie den §218 und §219 abschaffen.

In Deutschland steht Abtreibung immer noch unter Strafe und wird von den Paragraphen 218 und 219 StGB geregelt. Von einer Verurteilung wird nur unter bestimmten Bedingungen abgesehen: Schwangere Personen müssen sich einer Zwangsberatung unterziehen, 3 Tage warten und die Abtreibung von einem*einer Ärzt*in in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen vornehmen lassen. Die Zwangsberatung ist zusätzlich per Gesetz dazu verpflichtet, schwangere Personen zu einer Fortsetzung der Schwangerschaft zu ermutigen.

Diese „Zwangsberatung“ hat auch einen Sinn. Bei einer Abtreibung besteht ein nicht zu Unterschätzendes gesundheitliches Risiko. Ins besondere können, vor allen dingen, Psychische Störungen (z.B. häufig Depressionen) danach auftreten.  Des weiteren könnte der Abtreibung Wunsch nur eine Kurzschlussreaktion sein, die völlig Unbegründet ist. Darum soll man sich das, nach dem Gespräch, ja auch nochmal 3 Tage durch den Kopf gehen lassen.

[…]die Abtreibung von einem*einer Ärzt*in in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen vornehmen lassen.

Wollt ihr die Abtreibung auch nach 8 Monaten noch erlauben und das sie jeder machen kann, auch ohne entsprechende Qualifikation?

Wann ist eine Abtreibung Moralisch noch vertretbar? Die meisten sagen: Solange der Fötus noch keinen Schmerz spüren kann. Dieser Meinung würde ich mich anschließen. Keine wird ein Kind abtreiben wollen das von innen schon gegen die Bauchwand tritt.

Im Guardian (2010) gab es mal einen Bericht zu einer wissenschaftlichen Kommission in Großbritannien die die Frage des Schmerzempfindens und des Bewusstseins von Föten untersucht hat.

Festgestellt wurde zum einen, dass ein Fötus unterhalb von 24 Wochen noch keinen Schmerz empfindet, weil die dafür erforderlichen Bahnen zum Cortex noch nicht ausgebildet sind. Und zum zweiten wurde Festgestellt: Solange der Fötus noch in der Gebärmutter befindet, ist er in einen schlafähnlichen Zustand und nicht bei Bewusstsein. Daher halte ich die 12 Wochen Regelung für Sinnvoll.

Der Grund für diese Demonstration

Am 24.11.2017 stand die Gießener Ärtzin Christina Hänel vor Gericht. Ihr wurde vorgeworfen, über ihre Webseite Zugang zu Informationen über den Schwangerschaftsabbruch zu ermöglichen und damit gegen den §219a zu verstoßen. Abtreibungsgegner*innen zeigten die Ärztin an. Sie wurde zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt. Im Zuge des Prozesses wurde das Thema Abtreibung wieder in den öffentlichen Diskurs gerückt und dem Bundetag eine Petition überreicht, in der die Abschaffung des §219a gefordert wird.

Über §219a kann man sicher streiten und ob er in diesem Fall richtig angewendet wurde. So wie ich ihn auslege bedeutet das nur, dass niemand den Schwangerschaftsabbruch fördern oder Mittel und Möglichkeiten zeigen darf, der ihn hervorruft.

Denunzianten

Ob Frau Hänel hier einem Denunziantentum ausgesetzt war oder ob die Klage berechtigt war, kann ich jetzt nicht beurteilen.  Das man deswegen das ganze Gesetz abschaffen soll, halte ich für Unsinn. §219a  sollte man aber durchaus noch einmal prüfen, da er schwammig formuliert ist und dadurch nicht klar ausgelegt werden kann.

Und liebe Feministen, ich habe gute Nachrichten für euch. Das Recht auf körperliche Selbstbestimmung habt ihr schon, auch wenn man es nicht so nennt. Es hat also keinen Sinn mehr dafür zu „kämpfen“.

 

Abschließend will ich nur noch sagen: Eine Abtreibung ist eine höchst Moralische und Gesundheitliche Angelegenheit. Jeder sollte für sich, und mit dem Partner, diese Entscheidung sich gründlich überlegen. Es gibt ja mittlerweile genügend Möglichkeiten eine Schwangerschaft zu verhindern.